Landesmeisterschaften 2020


Absage der Landesmeisterschaften 2020

Nach intensiven Gesprächen im Präsidium des LPBB und der LPBB-Geschäftsführung mit Veranstaltern der diesjährigen Landesmeisterschaften sowie den VertreterInnen der Fachbeiräte und der LandestrainerInnen in den verschiedenen Disziplinen ist unter Beachtung der derzeitigen sowie der mittelfristig zu erwartenden Corona-Verordnungen hinsichtlich des Wiedereinstiegs in einen normalen Sportbetrieb (Training und Wettkampf) nicht davon auszugehen, dass die Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburg als Wettkampfhöhepunkte mit besonderen sportlichen Anforderungen an ReiterInnen, FahrerInnen und VoltigiererInnen sowie an unsere Sportpartner Pferde durchführbar sind.           

Das Präsidium des LPBB hat daher zur Wahrung der Chancengleichheit unter dem Leitsatz „Besser keine als schlechte Landesmeisterschaften“ am 04.05.2020 den Mehrheits-Beschluss gefasst, sämtliche Landesmeisterschaften im LPBB 2020 für alle Disziplinen Corona-bedingt auszusetzen und somit abzusagen.

Folgende Überlegungen gingen dieser schwierigen Entscheidung voraus:
Der seinerzeit und zum Teil noch immer festzustellende mühsame Versuch zunächst den Trainingsbetrieb in den Pensions- und Reitställen langsam wieder anlaufen zu lassen, verdeutlicht die Corona-bedingte Ernsthaftigkeit und verständliche Zurückhaltung der politischen Entscheidungsträger in Bund, Land und Landkreisen. Als Individualsportart und unter dem Aspekt der Sicherung des Tierwohls durch zusätzliche kontrollierte Bewegung hat der Pferdesport gegenüber anderen Sportarten ein nicht zu unterschätzendes Privileg nutzen dürfen.

Sollte die Rückkehr zum annähernd normalen Trainingsbetrieb demnächst möglich werden, ist erst als zweiter und wesentlich späterer Schritt die Wiederaufnahme der Wettkämpfe und somit auch der Pferdesportturniere auf der Grundlage politischer Entscheidungen in Aussicht gestellt worden.

Zwischenzeitlich wurden durch die Länder Berlin und Brandenburg nun einige Lockerungen für den Sport beschlossen. Seit dem 15. Mai ist in beiden Ländern der kontaktlose Trainingsbetrieb im Freien wieder möglich. Dafür sind wir dankbar.

Allerdings wurde ein Beginn des  Wettkampfbetriebs in kontaktfreien Sportarten im Freien für das Land Berlin erst zum 25. Mai 2020 angekündigt. Das dafür geforderte Nutzungs- und Hygienekonzept des jeweiligen Sportfachverbandes wurde durch den LPBB erarbeitet und liegt somit vor. Für das Land Brandenburg wurde der Wettkampfbetrieb bereits ab 15.05. unter strikter Einhaltung der Abstandsregelungen und Hygienevorschriften nicht mehr generell untersagt. Die entsprechend umfangreichen Handlungsempfehlungen des LPBB lagen vor.

Festzustellen war in jedem Fall, dass es drastische Einschränkungen durch Auflagen der Gesundheits- und Ordnungsämter geben wird, die die vollständige Akzeptanz, eine korrekte Umsetzung und Kontrolle der Einhaltung und das Tragen zusätzlicher Kosten durch die Veranstalter und die TeilnehmerInnen erfordern.

Sowohl zum damaligen Zeitpunkt der Entscheidung als auch derzeit gestaltet sich die Bewegung/das Training der Pferde hinsichtlich Inhalt, Intensität und Umfang deutlich differenziert, je nachdem, wie der zeitliche und inhaltliche Zugang zum Pferd durch den pferdehaltenden Betrieb/Verein geregelt war und ist.

Konkret bedeutet dies, dass es bei einer Meisterschaft auf dem geforderten sportlichen Leistungsniveau völlig unterschiedliche Trainingsvoraussetzungen mit möglichen Vorteilen oder Defiziten unserer PferdesportlerInnen (Thema sportliche Fairness), aber insbesondere auch für unsere Pferde (Thema pferdegerechter sportlicher Einsatz) gäbe. Die Gefahr der Überforderung durch zu schnell aufzuholende Trainingsversuche stünde zumindest im Raum, wenn man an den bisherigen Anforderungen festhalten würde, was die Disziplinexperten in den Gremien des LPBB durchgängig klarstellten.

Die ebenso flächendeckend erforderlichen Vorbereitungsturniere für die SportlerInnen aller Altersklassen mit ihren Pferden zur Erreichung der nötigen Meisterschaftsform konnten und können durch unsere Veranstalter über einen längeren Zeitraum nicht vorgehalten werden.

Letztlich würden sportlich zweifelhafte und möglicherweise wenig pferdegerecht ausfallende, vorrangig auf einen Titelgewinn hin ausgetragene Meisterschaften nicht dem gemeinsamen Wertesystem unseres Verbandes entsprechen. 

Wie immer auch Turniere zukünftig gestaltet werden können, ist – unter Beachtung der oben aufgeführten Problemstellungen und der gesellschaftlichen Verantwortung des LPBB – die Durchführung von Landesmeisterschaften in diesem Jahr nicht zu verantworten.

Absage Jugendturnier Neustadt und Brandenburger Pferdesommer im MAFZ
Die zwei weiteren für August dieses Jahres geplanten LPBB-Veranstaltungen, das Jugendspringturnier „Turnier der Vorbilder“ in Neustadt sowie der „Brandenburger Pferdesommer“ im MAFZ Paaren/Glien, sind dementsprechend ebenfalls abgesagt worden.

Entscheidung über Hallenchampionate Dressur/Springen werden im Juni/Juli getroffen
Lediglich die auf Ende Oktober und Anfang November verschobenen Hallenchampionate Dressur und Springen in Tremsdorf bleiben, vorbehaltlich einer gesonderten Entscheidung dazu im Juni/Juli, vorerst bestehen.  

Umgang mit der Kaderrichtlinie
Die Anfang März 2020 durch das Präsidium des LPBB beschlossene „RICHTLINIE für die Berufung in die Fördergruppe und in den Landeskader 2021“ wird hinsichtlich der für die Berufungen in diesem Jahr geforderten sportlichen Erfolge keine Anwendung finden. Anstelle dessen werden die Fachbeiräte der einzelnen Disziplinen über ihre zukünftigen Kader beraten und entsprechende Bedingungen bzw. Kriterien für die Berufungen ihrer LeistungsträgerInnen erarbeiten.

DJM Riesenbeck Dressur und Springen
Sollten die nunmehr auf zwei Termine im September verlegten Deutschen Jugendmeisterschaften vom 11. bis 13.09.20 Dressur und 18. bis 20.09.20 Springen in Riesenbeck stattfinden, werden die Landestrainer und Fachbeiräte entsprechende Auswahlverfahren bzw. Sichtungsmaßnahmen für Kader initiieren.