Tierschutz: gemeinsames Anliegen des Pferdesportverbandes und der Amtsveterinäre

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3. Expertentreffen „Tierschutz im Pferdesport“

Zwanzig Amtsveterinärinnen und –veterinäre folgten in diesem Jahr der gemeinsamen Einladung der Tierärztekammern Berlin und Brandenburg und dem Landesverband Pferdesport Berlin-Brandenburg.

Diese gemeinsame Einladung war bereits zum dritten Male ausgesprochen worden und das jährliche Treffen der Experten gewinnt an Tradition. In diesem Jahr war das Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse der Ort, an dem man sich über aktuelle Fragen und grundsätzliche Anliegen austauschen konnte.

Im Anschluss an die Begrüßung durch Dr. Michael Köhler, Vorstandsmitglied der Tierärztekammer Brandenburg und Tierschutzbeauftragter des Verbandes, erhielt ein prominenter Gast das Wort: Dr. Stefan Heidrich, Tierschutzbeauftragter des Landes Brandenburg, erläuterte den aktuellen Stand der Diskussion um den Tierschutzplan Brandenburg. Dies war für alle Kolleginnen und Kollegen interessant und ging in seiner Relevanz über den Pferdesport hinaus.

Im Focus der „AG Pferde“, die sich im Rahmen der Erarbeitung des Tierschutzplanes mit dem Wohlergehen der Pferde befasst hatte, stehen Bemühungen darum, neben den bestehenden Sanktionsmöglichkeiten das notwendige Know-How über artgerechte Pferdehaltung in die Breite zu bringen und die Sachkunde zu verbessern.

„Auch unser Anliegen ist es, das Wissen darum zu erhöhen, was Pferde brauchen, um gesund zu sein. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung arbeitet z. Zt. mit Hochdruck an einem sogenannten Pferdeführerschein, der als zusätzliches Bildungsangebot demnächst zur Beschlussfassung steht. Wir haben aber auch schon seit vielen Jahren den Basispass Pferdesport, in dem die Haltungsbedingungen und der fachgerechte Umgang mit dem Pferd systematisch geschult werden. Alle Pferdesportler, die ein Leistungsabzeichen ablegen, durchlaufen diese Ausbildung“, erläutert Peter Fröhlich, Geschäftsführer Sport des Pferdesportverbandes.

Den diesjährigen pferde-fachlichen Input mit viel Praxisbezug lieferte Henning Müller, Chefausbilder des Gestüts a. D. „Die Ausbildung des jungen Pferdes zum Reitpferd“ thematisierte er zunächst im theoretischen Impulsvortrag und demonstrierte sie anschließend in der Praxis. Stefanie Fiege und Friederike Maas stellten zwei gestütseigenen Pferde vor.

„Henning Müller hat hunderten Amateur-Trainern und Auszubildenden schon den Zusammenhang zwischen der systematischen Ausbildung eines Pferdes und dessen Gesunderhaltung nahegebracht. Es ist sehr wertvoll, dass er in diesem Zusammenhang weiterhin als Referent sein profundes Fachwissen einbringt“, freut sich Nicole Schwarz, Geschäftsführerin des LPBB für den Bereich Verbandsmanagement.

Der Obersattelmeister und mehrfach ausgezeichnete Hippologe verdeutlichte, dass die systematische Ausbildung und das sinnvoll aufgebaute und planvolle Training wesentliche Faktoren sind für die Gesunderhaltung der Pferde.

Abschließend waren sich alle Akteure einig, dass der fachliche Austausch regelmäßig weiter geführt werden soll – Themen, die es wert sind, besprochen zu werden, gibt es in Hülle und Fülle.

Text und Foto: Nicole Schwarz

Dr. Michael Köhler und Henning Müller – © Nicole Schwarz
Dr. Michael Köhler und Henning Müller – © Nicole Schwarz

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