Ponys verbinden Menschen

von

Flüchtlingsaktion im Reitclub Grunewald e.V. (RCG)

Ein Sonntagmorgen im Reitclub Grunewald mitten in Berlin: es riecht nach Wald, Heu und Lederzeug. Kinderaugen glänzen, Eltern lachen, Hände streicheln über Ponynüstern. Bruno und Nox, die erfahrenen Ponys, stehen gelassen am Anbinder und lassen sich putzen, streicheln, satteln. Dann geht es in die Reithalle. Kommunikation ohne viel Worte - aber die Ponys verstehen. Sechs Kinder und auch mutige Eltern erklimmen die Vierbeiner und drehen ihre morgendlichen Runden. Im Casino des Vereins gibt es im Anschluss ein leckeres Frühstück für alle.

Ein Stück Normalität und Erholung für die zwei Familien aus der Flüchtlingsunterkunft am Kaiserdamm. Auf andere Gedanken kommen, Ponys spüren, Natur erleben, Menschen treffen. Menschen, wie Julian. Ein hilfsbereiter junger Mann, der die Kinder und ihre Eltern vom U-Bahnhof abgeholt und in den Grunewald gebracht hat - nach einem spontanen Aufruf des RCG über das Internet. Cathrin und Jessica, die jungen Reiterinnen, vermitteln mit Händen und Füßen das erste Rüstzeug für den Ponykontakt. Cathrin hat als Jugendwartin die Aktion vor Ort organisiert. Petra, eine "Ponymutter", wie die Eltern der jungen Reiterinnen genannt werden, hat das Frühstück gezaubert. Aus dem Büroteam hat Simone noch bis spät abends alles koordiniert. Und auch weitere Mitarbeiter und Mitglieder des Reitclub Grunewald waren vor und hinter den Kulissen dabei und haben spontan alles möglich gemacht.

Gemeinsam etwas bewegen: Die Aktion fußt auf einer Infoveranstaltung des Landesverbandes Pferdesport Berlin Brandenburg und einer Initiative des Landessportbundes. Auch mit großem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO, die die Flüchtlingsunterkunft betreibt, wurde die Aktivität zum Leben erweckt. Inzwischen hat sich ein kleines Organisationsteam im Reitclub Grunewald gebildet und will noch mehr schöne Vormittage ermöglichen. Darüber hinaus wird auch über ein langfristigeres Projekt nachgedacht - auch über 2015 hinaus.

Michaela Wilczek, 1. Vorsitzende des Reitclub Grunewald: "Unsere Ponys verbinden vor allem Menschen miteinander. Diese gesellschaftliche Aufgabe ist für uns als gemeinnütziger Verein sehr wichtig. Eine schöne Zeit für Familien, die fliehen mussten, ist eines unserer Ziele. Darüber hinaus freue ich mich über die möglichen Verbindungen zwischen unseren Mitgliedern und den Flüchtlingsfamilien. Ich bin stolz, wie schnell unsere ehrenamtlichen Helfer diese Aktion umgesetzt haben und bin gespannt auf die weiteren Planungen. Unser Dank gilt allen Förderern und Aktiven, die diese Aktionen und zukünftigen Ideen ermöglichen."

Bericht: M. Wilczek

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